E-Ticket und QR-Code: So funktioniert der Einlass heute
Wie ein QR-Code-Ticket tatsächlich funktioniert, was bei leerem Akku oder defektem Display zu tun ist und welche Daten beim Scannen erfasst werden.
Vor zehn Jahren stand bei jedem zweiten Konzert ein Mitarbeiter mit einem mobilen Lesegerät, das halb funktionierte. Heute ist das fast jeder Einlass — und die meisten Probleme, die noch auftreten, lassen sich vorher klären.
Wie funktioniert ein QR-Code-Ticket technisch?
Ein QR-Code auf einem Ticket enthält keine Bezahldaten und keine persönlichen Informationen im Code selbst. Was er enthält, ist ein kryptografisch signierter String — meist ein Ticket-Identifier plus eine Signatur, die belegt, dass dieser Identifier vom autorisierten System ausgestellt wurde. Beim Scannen wird der Identifier in einer Datenbank nachgeschlagen und der Status geprüft: gültig, schon eingelöst, storniert, gesperrt.
Daraus folgt eine wichtige Konsequenz: Ein QR-Code ist nicht das Ticket selbst. Er ist nur der Schlüssel, mit dem das System das eigentliche Ticket prüft. Wer einen Screenshot des QR-Codes verteilt, verteilt damit nicht zwingend mehrere gültige Tickets — beim ersten Scan ist der Status auf „eingelöst" und alle weiteren Versuche werden abgelehnt. Das ist die Standard-Funktionsweise; einzelne ältere Systeme sind weniger robust.
Reicht ein Screenshot oder muss es die Original-App sein?
Ein Screenshot funktioniert in der Regel genauso wie das Original — solange er den vollständigen QR-Code scharf darstellt. Mobile Wallet-Apps (Apple Wallet, Google Wallet) bieten dabei zwei zusätzliche Vorteile: Sie funktionieren auch ohne Internetverbindung und sie passen die Bildschirmhelligkeit beim Aufruf automatisch nach oben an.
Eintrittsbarcode-PDFs lassen sich vor dem Festival lokal speichern und im Notfall sogar ausdrucken. Das ist die robusteste Lösung für lange Festivaltage, an denen das Handy keinen Strom mehr hat.
Was nicht funktioniert: ein Foto vom Bildschirm einer anderen Person. Reflexe, Moiré-Muster und Auflösungsverluste machen den Code in der Regel unscanbar.
Was passiert bei einem leeren Akku oder defekten Bildschirm?
Die meisten Veranstalter haben mittlerweile einen Notfall-Workflow: Personalausweis vorzeigen, Ticket im System nach Namen suchen, manuell freischalten. Das funktioniert zuverlässig, dauert aber im Schnitt fünf bis zehn Minuten und blockiert die Hauptschlange — also wird man meist zu einem Sondereingang geleitet.
Wer das vermeiden will, hat zwei Optionen. Erstens: Powerbank mit. Eine 5000-mAh-Bank reicht für zwei vollständige Smartphone-Ladungen. Zweitens: Ticket vor dem Festival in Apple Wallet oder Google Wallet importieren. Beide Apps können den QR-Code auch dann anzeigen, wenn das Telefon nur noch mit Notreserve läuft.
Bei zerbrochenem Display ist der Wallet-Pfad ebenfalls hilfreich, weil sich das Telefon dann meist noch entsperren lässt, auch wenn der Touchscreen einzelne Punkte nicht mehr registriert.
Welche Daten werden beim Scannen erfasst?
Das hängt vom System ab. Standardmäßig wird folgendes geloggt: Ticket-ID, Scan-Zeitpunkt, Scan-Gerät und Einlasspunkt. Was nicht erfasst wird: der Inhalt des QR-Codes als personenbezogene Information, weil der Code selbst keine Klardaten enthält.
Was Veranstalter mit den Scan-Daten machen, fällt unter die DSGVO. Übliche Nutzungen sind die Erstellung einer Einlassstatistik (wie viele Besucher waren bis 20 Uhr da) und im Streitfall der Nachweis, dass ein konkretes Ticket eingelöst wurde. Eine pseudonymisierte Auswertung — also ohne Bezug zur Käufer-Identität — ist nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO zulässig, eine personalisierte Auswertung braucht eine separate Rechtsgrundlage.
Wer die genaue Datenverarbeitung wissen will, findet das in der Datenschutzerklärung des Ticket-Anbieters. Bei eigenen Veranstaltern unterscheidet sich das fallweise; bei den großen Anbietern (Eventim, Reservix, Ticketmaster) ist die Standardpraxis transparent dokumentiert.